Projekte als Countertenor
Christa ↑Das Musical - Eine Nürnberger Weihnachtsgeschichte von Andreas Rüsing
Uraufführung: 24. November 2011, Heilig-Geist-Spital, Nürnberg Das speziell für Nürnberg geschriebene Musical basiert auf dem Gedanken, zur Weihnachtszeit das zu inszenieren, worauf es wirklich ankommt: menschliche Werte! Und so ist Christa eine junge Frau, die nicht nur Zivilcourage zeigt, sondern auch Hoffnung verbreiten kann, an Gott glaubt und durch Menschlichkeit und Güte glänzt. Dabei verstößt sie vielleicht auch naiv gegen manche Konvention, lässt sich aber nicht von ihrer inneren Überzeugung abbringen.
|
||
Du, Liebe?! ↑KammerTanzOper für Countertenor, Tänzerin, Slam-Poeten, Zuspielband
Premiere am 6. Januar 2011, Kulturforum Fürth Eine Produktion des Kulturamtes der Stadt Fürth, des Kulturforum Fürth in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt München Ein Countertenor mit Barockexpertise, ein junger Berliner Slam-Poet, eine Tänzerin, eine Komponistin elektronischer Musik und ein ‚Ingenieur in den Künsten' destillieren ihre Sichtweisen zum großen Menschheitsthema "Liebe" zu einer einstündigen KammerTanzOper. Das lebenserprobte Kreativteam lässt virtuelle und reale Welten aufeinandertreffen. Zeitgenössische Poetry-Slamtexte fusionieren mit digitaler Medienkunst. Die Musik bedient sich originaler Liebeslieder verschiedener Epochen, um sich auf neue und eigenwillige Weise zu präsentieren, und gibt dem Tanz seine Plattform.
|
||
Silence ↑ein prose poem von E.A.Poe
Premiere: 23. November 2010, Artgallery, Reutlingen Ein Dämon erzählt von einem Mann, den in seiner Einsamkeit und Insichgekehrtheit nichts erreicht - keine Hässlichkeit, kein Lärm, keine Verzweiflung, kein Schrecken. Allem gegenüber bleibt er gleichgültig und gleichmütig. Erst die Stille durchbricht die Mauer der Einsamkeit und löst Entsetzen aus. 3 Musiker - Percussionist Arni Arnold, Kontrabassist Tobias Festl und Countertenor Johannes Reichert – erforschen die trostlosen Gegenden des Dämons, seine Irritationen, seine Wut und seinen letztendlichen Triumph. Getanzt wird der Dämon von Mark-Ski von der Moonwalkers Crew (Breakdance), gesprochen wird er von der Schauspielerin Marion Lindt.
|
||
Franziskus - Gaukler Gottes ↑von Dario Fo
Premiere: 27. Mai 2008, ArtGallery, Reutlingen Der Heilige Franziskus von Assisi bezeichnete sich selbst als Gaukler. Sehr zu recht, denn nach der Überlieferung durch die umbrischen Volkssagen waren sein Auftreten und seine Predigten von einem außerordentlichen spielerischen Witz und komödiantischer, manchmal kabarettistischer Theatralik geprägt. Dario Fo, der Erzkomödiant und Nobelpreisträger 1997, hat einige der Legenden, die sich um Franziskus ranken zu einem großartigen Erzähltheatertext, zu einem Stück über menschliche und politische Verantwortung zusammengefasst. In die Geschichte hineinverflochten ist der "Sonnengesang", eins der zentralen literarischen Werke des Altitalienischen.
|
||
POC - KISS ↑nach Satyricon von Petronius
Premiere: 2. August 2008, Sommernachtspiele Schloss Burgfarrnbach Die Pocket Opera Company lässt ein buntes Meer von musikalischen Blumen erblühen. Arien aus vier Jahrhunderten führen den Zuhörer in ein Labyrinth der Oper und verführen ihn mit zauberhaften Stimmen. Der erste Kuss, der reizendste Liebesbeweis, lässt in irisierenden Bildern seine übersinnliche Verführung in allen Facetten spielen, vom zunächst schüchternen Spiel zweier Liebenden bis hin zum blutrünstigen Biss eines Vampyrs. Tag- und Nachtträume werden wahr, dargestellt vom Ensemble der Pocket Opera Company und musikalisch aufbereitet von den verführerischen Klängen eines Saxophonquartetts. Ein frivol musikalisches Abenteuer durch die Welt der Arien, frei nach dem antiken, satirischen Sittenroman "Satyricon" des römischen Schriftstellers Titus Petronius, der mit seinem Protagonisten, dem Studenten Encolpius das ausschweifende, dekadente Leben der römischen Gesellschaft skizziert. Dieser, ein Taugenichts und Schmarotzer, erleidet begleitet von seinem Lustknaben Giton und dem unermüdlichen Dichter Eumolpus eine schwere sexuelle Niederlage bei der Ortsschönheit Circe, von der er sich erst am Ende der Geschichte nach mühsamen Heilbehandlungen scheinbar erholt. Jedoch stürzen ihn die ärztlichen Heilversuche in eine neue existentielle Krise.
|
||
Brother/Sister ↑Palindrome Dance Company Choreography: Robert Wechsler Premiere: March 24–26, 2005, Tafelhalle, Nürnberg/Germany On August 26th, 1997, as you were enjoying your morning coffee and croissant, Jenny, then 18, and her friend Samuel were busy murdering Blinde Liebe is an evening-long interactive opera for two dancers, two actors, five musicians (including countertenor and soprano), interactive technology and projections. It tells an emotionally complex story in which a pair of teenage lovers plan and execute a murder of extreme brutality. It is a true story, assembled from filmed interviews (excerpts of which are projected during the piece) -- but whose truth is it?
|
||
Operation Capablanca - Eine Schachoper ↑
Premiere: 1. September 2005, Kunsthalle Wien Mit der Eröffnung der Ausstellung "Lebt und arbeitet in Wien" in der Kunsthalle Wien am 13. Mai 2005 fand die räumliche Umsetzung der Operation Capablanca ihren Anfang. Ein überdimensionales Schachbrett von 64m² Größe wurde auf dem Boden umrissen, wobei die einzelnen Spielfelder in zeitlicher Abfolge, gemäß dem Rösselsprung-Prinzip, erst nach und nach hinzugefügt und mit Spielfiguren bestückt werden. Vollendet ist das Schachbrett erst gegen Ende der Ausstellung, wenn die eigens komponierte Schachoper zur Aufführung kommt. In der Uraufführung der Schachoper werden nur zwei der Spielfiguren von lebenden Menschen dargestellt. Der statische, marionettenhafte Charakter der Skulpturen kontrastiert mit dem Eigenleben der beseelten Figuren, des schwarzen Königs und der weißen Königin, dargestellt vom Burgschauspieler Ignaz Kirchner und der Sopranistin Maria Harpner. Seinen Titel bezieht das Projekt von José Raoul Capablanca, dem kubanischen Schachspieler, der von 1921 bis 1927 den Weltmeistertitel innehatte und zeit seines Lebens als unschlagbar galt. Bereits im Alter von 4 Jahren, so wird überliefert, übertrumpfte er seinen Vater. Seine Partie gegen Hermann Steiner von 1933 in Los Angeles ist es, die in der Opernaufführung nachgestellt wird. Zenita Komad bedient sich dieser Stoffe, verwebt die tradierten Legenden, um eine neue Geschichte zu erfinden und zur Darstellung zu bringen. Dabei geht es weniger um eine Neuinterpretation, als um eine Adaption von gedanklichen Fragmenten, die den Legenden anhaften und in Poesie ausufern.
|
||
One charming night ↑Purcell meets Bussotti
Premiere: 19. Juni 2004, Ehemalige Müllschwelanlage, Fürth Der Liebreiz der Barockoper Fairy Queen von Henry Purcell wird in der Neuinszenierung der Pocket Opera Company scharf kontrastiert mit Sylvano Bussottis "La passion selon Sade". Der vom Zauber und der Märchenhaftigkeit beseelten Barockoper wird die verwirrende Untiefe des zeitgenössischen Musikwerkes gegenübergestellt. Und in eben diesem Kontrast findet sich die Parallele zur immer wieder kehrenden Frage menschlicher Liebe und Existenz. Beseelt von der Verspieltheit romantischer Gefühle umwerben sich Titania und Lysander, Demetrius und Justine, um dann durch Puck und den immer wieder erscheinenden De Sade hinab ge- oder verführt zu werden in die dunklen Seiten menschlicher Leidenschaft. De Sade übernimmt dabei immer mehr die Kontrolle und leitet schließlich zu den Grenzbereichen menschlicher Lust und Leidenschaft, aus dem erst Puck die Suchenden befreit, in dem er sie aus dem Höllenschlund zurückführt in die Erlösung durch den sommerlichen Morgen. Für One charming night fand die Pocket Opera nun Deutschlands wohl größtes Opernhaus, die stillgelegte Schwel-Brand-Anlage in Unterfarrnbach. Einst als technologischer Geniestreich der Müllverarbeitung aus der Taufe gehoben verweilte die Anlage nach vierwöchigem Probebetrieb und anschließender Stilllegung in einem Dorn-Röschenschlaf, aus dem sie jetzt durch die Pocket Opera wiedererweckt wird. Die gigantische Industrieanlage erstreckt sich auf einem mehrere Hektar großen Gelände, seine überwältigenden technologischen Anlagen bilden den Hintergrund der Sehnsucht nach Liebe, wie sie in der Neuproduktion zum Ausdruck kommt. Gleichsam als Parallele zum menschlichen Gefühlsleben widerspiegelt die Anlage das Eintreten des "nackten Menschen" in die Dynamik der Begegnung, sie lässt ihn das Zerschreddern des Empfindens zwischen Romantik, Begierde, Lust, Leidenschaft und Gewalt erahnen, um ihn dann gereinigt zu entlassen.
|
||
ORLANDO ↑Barock-Oper von Georg Friedrich Händel
Premiere: 25. September 2003, E.on Kraftwerk Franken I, Nürnberg An einem der ungewöhnlichsten Veranstaltungsorte, in der alten Turbinenhalle des E.on Kraftwerks in Nürnberg präsentierte die Pocket Opera Company erstmals ihre neueste Produktion. Liebe macht verrückt. In einer der wundersamsten Dichtungen hat der Renaissance-Dichter Ludovico Ariosto dieser Verrücktheit ein Denkmal gesetzt. Es ist der weltberühmte "Orlando furioso". Ein Mensch, herausgerissen aus der normalen Bahn des Lebens, glaubt mit Dreinschlagen und Liebesschwüren den Kick fürs Leben zu gewinnen. Die Frauen sind nicht minder gut drauf und wollen sich in der Liebe nicht festlegen. So machen sie sich einfach in heiklen Situationen unsichtbar. Ein modernes Märchen oder doch ein präzises Diagramm unserer Zeit. Gigantische Schaufelräder der Turbinen und die riesige Industriehalle verliehen der 1733 uraufgeführten Barock-Oper Georg Friedrich Händels den unheimlichen Hintergrund und schufen eine unnachahmliche Spannung.
|
||
Die Maden ↑
Premiere: 16. September 2000, Prinz Regent Theater, Bochum Maden - jeder kennt sie, keiner mag sie, keinesfalls will man welche sehen, und schon gar nicht auf der Bühne. Maden sind kein Thema. Oder doch? Schon Shakespeares Hamlet führte oft und gern ein paar im Mund - metaphorisch gesprochen, um seine Umgebung zu schockieren und seinem Ekel an der Welt wie seiner Lust an deren Vergänglichkeit Ausdruck zu geben Im 20. Jahrhundert war es der Dichter Thomas Bernhard, der in einer kruden Analogie den Verwesungsprozeß mit der Entstehung eines musikalischen Kunstwerkes gleichsetzte, bei der die Maden als Instrumentalsolisten Geburts- oder besser Sterbehilfe leisteten. In Eckard Koltermanns Kammeroper geht es um das Sterben eines Dichters, Todesursache: seine Kunst, genauer: seine Kunstwerke, die Figuren seiner Dramen. Sie sind Maden, die sein eigenes Fleisch gebrütet hat, Produkte seines Geistes, die ihm selber unbewußt an der Hirnmasse zehren. Von Szene zu Szene umzingeln sie den Dichter enger, der zunächst kaum ahnt, wie ihm geschieht. Jede Madenfigur versucht für sich, ihren Schöpfer erst zu umgarnen und dann zu verspeisen, aber erst zum unguten Schluß erreicht das Madenkonzert in einer konzertierten Aktion aller sein Ende: im großen Fressen.
|
||
Affetto! ↑Die Kunst des barocken Liebens und Leidens
Premiere: 20. November 1999, Zeche Zollverein, Essen Händel und das Handy… Affetto! spielt mit dem Herzschlag der barocken opera seria, mit dem Affekt halt. Mit respektloser Ernsthaftigkeit widmet sie sich der ebenso wundervollen wie bizarren Welt der Gefühle, dem Wechselbad zwischen Heiß und Kalt, tot und lebendig, verraten und geliebt.
|




